3. Lenkungskreissitzung "Bildung Rheinisches Revier" nimmt das Jahr 2022 in den Blick

Am 09. Dezember 2021 trafen sich Verantwortliche für die Bildungssteuerung in den sieben großen Gebietskörperschaften im Revier auf Einladung des Netzwerkbüros zur dritten Sitzung des „Lenkungskreis Bildung Rheinisches Revier“. Bei dem Austausch diskutierten die Mitglieder des Lenkungskreises den Fortgang und die Ergebnisse der Arbeit im Netzwerkbüro. Im Zentrum standen dabei die Themenberichte des regionalen Bildungsmonitoring zu den Rahmenbedingungen für Bildung und zur beruflichen Bildung im Rheinischen Revier (geplante Veröffentlichung: März 2022).

Der erste Bericht war im September 2021 erschienen und vermittelt nach Meinung der Teilnehmenden einen ersten Eindruck vom Revier als Bildungslandschaft und enthält einige Hinweise auf Ansatzpunkte für innovative Bildungsstrategien. So könnte zum Beispiel die Attraktivität der Region als Bildungsstandort dadurch gestärkt werden, dass die Anwendung innovativer Technologien in Unternehmen mit Angeboten der beruflichen Aus- und Weiterbildung unmittelbar verknüpft werde. Dies könnte nach der Vorstellung von Lenkungskreismittgliedern vor allem dadurch begünstigt werden, dass in den Förderkonstrukten von wirtschaftlichen Innovationsvorhaben Bildungsprojekte mit integriert werden. Bislang sei es noch schwierig, Bildungsprojekte im Rahmen des Strukturförderprogramme zu berücksichtigen, da zum Beispiel allgemeinbildende Schulen nicht als Empfänger der Förderung in Frage kommen. Um die innovative Entwicklung des Bildungssektors voranzutreiben ist es aus der Sicht der Kommunen jedoch unerlässlich, dass auch dieser Bereich von der Förderung profitieren kann. Der Lenkungskreis könne als Forum genutzt werden, um zu diesen Fragen mit der Zukunftsagentur und mit dem Land ins Gespräch zu kommen.

Zu den wichtigsten Aussagen und Darstellungen des zweiten Themenberichtes mit dem Schwerpunkt berufliche Bildung, der Ende März 2022 erscheint, gab es ebenfalls dezidierte Rückmeldungen aus dem Lenkungskreis. Beispielsweise wurde angeregt, die Status-Quo-Analysen durch Prognosen zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu ergänzen und die Befunde zu den Abbruchquoten in der dualen Ausbildung wurden aus kommunaler Sicht kommentiert und erläutert. Diese Interpretation der Analysen soll - so betonte Dr. Rabea Pfeifer vom Netzwerkbüro - nach der Veröffentlichung gezielt angegangen werden. Dazu plant das Netzwerkbüro im zweiten Quartal mehrere Veranstaltungen, zu denen Bildungsakteure gezielt eingeladen werden.

Als dritten und letzten Tagesordnungspunkt befasste sich das Gremium mit dem Themenschwerpunkt des dritten Themenberichtes, der im Herbst 2022 erscheinen soll. Ausgehend von der grundsätzlichen Überzeugung, dass Bildung im Strukturwandel breit gedacht und geplant werden muss, demnach also nicht nur die formale Bildung in Schule und beruflicher Qualifizierung zum Gelingen des Strukturwandels beiträgt, sondern auch non-formale Bildung und informelles Lernen, hatte das Netzwerkbüro sich intern auf den Vorschlag verständigt, den Bereich der Weiterbildung in den Blick zu nehmen. Mit Blick auf die Datenlage musste hier von vorneherein eine Einschränkung gemacht werden, weil die berufliche Weiterbildung zwar für den Strukturwandel ein äußerst bedeutsames und sehr umfangreiches, aber mit den verfügbaren Bildungsdaten ein nicht adäquat zu erfassendes Feld darstellt. Gleichzeitig sind die Kommunen Träger der Volkshochschulen, die sich vor allem in der Erwachsenenbildung betätigen und hier eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Menschen im Revier mit Bildungsangeboten in den vielfältigen Herausforderungen des Strukturwandels zu begleiten. Um das Untersuchungsfeld einzugrenzen kam aus der Mitte des Lenkungskreises der Vorschlag, sich im dritten Bericht auf die öffentlich geförderte Weiterbildung zu fokussieren. Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung.

Für die weitere Arbeit des Lenkungskreises wurde vereinbart, in der ersten Jahreshälfte 2022 zu einer weiteren Sitzung zusammenzukommen, in der das Thema „Strukturförderung von Bildungsprojekten“, weitere Sitzungen sollen im Sommer und Herbst folgen.

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